Kinderhaus
"Sentapark" in Mannheim-Niederfeld
Kombinierte Einrichtung mit Krippe,
Kindergarten und Hort, errichtet in
Holzrahmenbauweise.
Die schon einige
Jahre im Ostteil des Grundstückes als Provisorium
bestehende Containeranlage und der vorgelagerte Spielbereich mussten
bis zum Bezug des Neubaus ihre provisorische Funktion als Hort für
50 Kinder erfüllen.
Dieser Nachteil
des eingeengten Baufensters hatte jedoch auch einen
positiven Aspekt. Die zukünftigen Bewohner - Erzieher/innen und
Kinder - waren bekannt und brachten sehr konkrete Vorstellungen zur
Nutzung des Gebäudes mit ein: Das erprobte Konzept der
Naturerlebnispädagogik sollte auch im neuen Haus mit insgesamt 75
Kindern (Krippe, Kindergarten und Hort) gelebt werden können.
Das
architektonische Konzept beantwortet diese Forderung mit einer
engen Beziehung zwischen Natur und Architektur. Das Gebäudevolumen
ist in 4 Häuser aufgelöst, die von außen und innen als
eigenständige Baukörper zu erkennen sind und so die
Flurbereiche als "Außenräume" erscheinen lassen. Die
vollflächige Verglasung der Erschließungsflächen
unterstützt diesen Eindruck.
Mit
differenzierten Übergangszonen (Terrassen und Balkone)
wächst das Haus in die Natur hinein. Zahllose Ein- und
Ausgänge gewähren den Kindern ungehinderten Zugang zum
Außenbereich.
Die vier
Häuser sind als statische Solitäre in
Holzrahmenbauweise errichtet. Aufgrund der schiefwinkligen Geometrie
wurde der innenliegende Sanitärbereich in Massivbauweise erstellt.
Der zweite
pädagogische Ansatz des Kinderhaus-Teams ist die Arbeit
nach einem "offenen Konzept". Das bedeutet, dass die Einteilung der
Kinder in Gruppen und die Zuweisung bestimmter Räume
entfällt. (Die Ausnahme ist der Krippenbereich mit seinen
spezifischen Anforderungen für die Kleinsten.)
Stattdessen werden
die Räume mit unterschiedlichen Nutzungen
ausgestattet und die Kinder entscheiden nach aktuellem Interesse
über ihren Aufenthaltsort.
Der Neubau stellt
für diese anspruchsvolle Erziehungsarbeit
gleichwertige, jedoch flexibel nutzbare Räume zur Verfügung.
Durch differenzierte Ausstattungsdetails wie Zugangstüren mit oder
ohne Glas, Verbindungstüren, zusätzliche Rundfenster,
unterschiedliche Deckenhöhen und -gestaltung ist jeder Raum
individuell erkennbar.
Das hochwertige
Raumangebot hat das Kinderhaus-Team schon in der
Planungsphase zu alternativen Möblierungen und Nutzungen
inspiriert, die in dieser Ausgestaltung vorher gar nicht „denk-bar“
waren.
Auch bei zukünftigen
Bedarfsänderungen sind Umwidmungen
flexibel zu handhaben.
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