Passivhaus
Ilvesheim
Zwei
Ziele hatten bei der Planung des Wohnhauses oberste
Priorität: Energie- und Kosteneffizienz. Hinzu kamen
subjektive Gestaltungsfaktoren, über die sich
Bauherrschaft und Architekten einig waren: Klarheit und
Schlichtheit.
Das Haus wurde als kompaktes Volumen im
Passivhausstandard konzipiert. Der Keller entfiel
zugunsten nutzungsnaher Abstellräume in Erd- und
Obergeschoss. Der Haustechnikraum liegt im EG innerhalb
der wärmegedämmten Hülle. Über die großzügig verglaste
Südseite wärmt die tief stehende Wintersonne die
Aufenthaltsräume. Bei steilerem Sonnenstand im Sommer
verschatten der vorgelagerte Balkon und der
Dachüberstand die Fassade. Der vorgelagerte Balkon wird
zusätzlich begrünt und schützt das Haus durch sein
Kleinklima. Im Sommer hilft die Verdunstung von
Feuchtigkeit aus den Blättern, das Haus vor Überhitzung
zu schützen. Im
Herbst,
wenn das Laub gefallen ist, lässt die Struktur den
Lichteinfall wieder zu.
Der südliche Fassadenbereich ist mit Naturholzbrettern
verkleidet. Hier schaffen die vertikalen Fenstertüren in
jedem Geschoss eine Durchlässigkeit zu Garten und
Balkon. U-förmig umschließen die anderen drei Fassaden
das Haus. Sie sind verputzt. Über allem liegt ein flach
geneigtes Pultdach, das extensiv begrünt ist.
In klaren Raumproportionen entsteht im Erdgeschoss ein
großzügiges und ineinander greifendes Gefüge, dessen
Mitte die einläufige Treppe ist. Sie ist wie ein Möbel
eingestellt, beherbergt zusätzliche, zentrale Nutzungen
und verknüpft das Foyer* mit dem Obergeschoss. Als
Schmuckstück geplant und ausgeführt eignet sich dieser
Foyerbereich zur Erweiterung des allgemeinen
Wohnbereichs bei besonderen Anlässen.
Den offenen und fließenden Räumen im Erdgeschoss wird
komplementär ein Bibliotheksbereich zur Seite gestellt,
der sich auch für den individuellen Rückzug eignet.
Auch die Disziplin bei der Auswahl der zum Einsatz
kommenden und verwendeten Materialien führt zu Klarheit
des Entwurfs und zur Effizienz beim Bauen bzw. der
Unterhaltung der Anlage.
Die besondere Sorgfalt von Bauleitung und ausführenden
Firmen führte zu einem überdurchschnittlich guten
Passivhausstandard. Dies wurde durch die
Blowerdoor-Messung bestätigt: Mit 0,24 wurde der für
Passivhäuser vorgeschriebene N50-Wert von 0,60 weit
unterschritten.
*Text aus Wikipedia:
Das Foyer (französisch foyer = Feuerstelle, Herd,
Brennpunkt, ...) bezeichnet einen großen Vorraum (auch:
Eingangshalle, Empfangshalle, ...), .... Es dient dem
Aufenthalt und der Kommunikation ...
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