Das Domizil des Städtischen Leihamts in Mannheim, der einzigen öffentlich-rechtlichen Pfandanstalt Deutschlands, ist ein ehemaliges Bankgebäude von 1901, errichtet nach Plänen der Architekten Jelmoli und Blatt. Die beeindruckende Fassade wurde aus hellem Vogesen-Sandstein gebaut. In den mehr als 120 Jahren ihrer Existenz hat die Fassade einiges mitgemacht. So gab es im 2. Weltkrieg zahlreiche Schäden durch Bombensplitter, welche wenig fachgerecht und auch nicht denkmalgerecht mit Reparaturmörtel notdürftig ausgeflickt wurden. Und in den Jahrzehnten danach setzte der Fassade die wachsende Luftverschmutzung durch Autoabgase und andere Luftschadstoffe weiter zu. Die letzte Sanierung fand ca. 1990 statt, als das Leihamt in das Gebäude zog. Seitdem sind wieder zahlreiche Schäden entstanden, außerdem begannen die Reparaturstellen der Nachkriegszeit immer mehr zu bröckeln.
Bei der Sanierung wurden – entsprechend der heute üblichen Vorgehensweise im Denkmalschutz – die Kaschierung der Splitterlöcher entfernt, so dass diese als zeitgeschichtliche Zeugnisse erkennbar sind. Die witterungsbedingten strukturellen Schäden an den Sandsteinelementen wurden mit diversen Techniken denkmalgerecht restauriert. So wurden insgesamt fast 270 sogenannte Vierungen eingebaut, also kleine quaderförmige Werkstücke, die an beschädigten Stellen in die gesunde Steinumgebung eingesetzt wurden. Ca. 70 Mauerwerksquader wurden komplett oder teilweise erneuert. Außerdem wurden diverse schadhafte Architekturglieder wie Fensterbänke oder Brüstungselemente teilweise oder komplett ausgetauscht. Die Arbeiten wurden 2025 erfolgreich abgeschlossen.